Adzwenzpanik

BoffskiDer Günna Skripschak hat kein Glück mit sein Esjuwi. Weisse ja, nä? Die Sichtbehinderung in Kotmetallic. Kamer die Tage bei mich vorbei und hat mich gefracht, ob ich ihn ma inne Stadt fahrn kann. Seine Karre wär inne Werkstatt.
„Ja wie getz, Günna?“ frach ich zurück. „Schon wieder? Wat is passiert?“
Da wär ihm so ne ältere Dame inne Karre gesemmelt. Aufen Aldi-Parkplatz.
„Ja, Günna,“ sarich so für ihm. „Dat macht man doch nich eimfach so. Da hasse doch bestimmt auch wat falsch gemacht. Son Parkplatz is ja einklich groß genuch, dat da zwei Autos aneinander vorbei fahrn könn.“
„Jau,“ sachter. „Ich bin mitten inne Adzwenzzeit einkaufen gefahrn. Dat war mein Fehler.“
Getz wusste ich water meinte. Je näher dat auf Weinachten zugeht, um so mehr Leute hasse aufe Straße. Adzwenzpanik sarich immer dafür. Da hamse dann alle Angst, dat die andern sie die Gans vore Nase wegkaufen tun, und dat die Gäste dann an Weinachten mite Senfgurken zufrieden sein müssen. Oder datse füre Blagen dann selbst wat basteln müssen und die verzogenen Bälger dann rummaulen, weil dat nix mit Elektronik zu tun hat. Zack, und schon is dat schöne Fest gelaufen.
„Tunnelblick,“ sacht der Günna. „Da hamse dann alle den Tunnelblick. Sind mite Gedanken schon in den nächsten Laden, statt aufe Straße zu kucken.“
„Und?“ frach ich. „Wo wars Du mit Deine Gedanken?“
„Ja, wie?“ frachter. „Ich war doch grade erst aufen Parkplatz draufgefahrn. Und da war grade ein Platz frei geworden, wo ich dann reingefahrn bin. Da kam die olle Tucke vonne andre Seite mit ein Karacho angerauscht, dat kannze Dich nich vorstelln.“
„Ach, die wollte auch auf den selben Parkplatz?“
„Jau. War ja nur einer frei gewesen. Da is die eimfach ungebremst in mich reingerauscht. Und macht auch noch ein riesen Theater, wat mich eigentlich einfiele, sie auf eima den Platz wegzunehmen.“
„Naja,“ sarich. „Die hat Dich wohl nich gesehn.“
„Boffski,“ sachter. „Dat Auto is doch wohl groß genuch, date dat nich übersehn tus, oder?“
„Ja, Günna,“ sarich. „Aber dat is Braun. Ne bessere Tarnfarbe kannze garnich für son Auto haben. Da hasse bei die ganzen Hyperaktiven mit ihre Adzwenzpanik und den Tunnelblick keine Schangse. Die sehn Dich eimfach nich. Son braunet Auto is für die in ihrn Futterneid wie als wennet durchsichtich wär.“
„Ach, Boffski,“ sachter. „Ich glaub ich hab kein Glück mit die Karre. Ich geb die wieder ab. Aber sach ma, wie is dat getz? Fährsse mich ma inne Stadt? Ich muss doch noch wat für Weinachten besorgen. An letzten Tach krisse doch nix mehr. Nachher gibtat bei mich auch nur Senfgurken aussen Glas. Dat kann ich doch meine Gäste nich antun.“
„Ja gut,“ sarich. „Aber dann müssen we zusammen aufe Hektiker achten. Ich brauch meine Karre noch.“

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