Adolf Bratschinski

Der Adolf wohnt im Altersheim hintere Michaelkirche. Der alte Sack is im Ersten Weltkriech geborn worden und is eimfach nich kaputt zu kriegen. Wenn dat mit den so weitergeht, wird der noch 200. Sollz ja einklich alte Leute mit Respekt behandeln, nä? Aber nich den Adolf Bratschinski.
Wenne bei den im Zimmer kommss, denksse, Du bis 70 Jahre zurück gebeamt. Alle Wände vollgehängt mit Bilders von Soldaten und irgenswelche Fähnkes, und hier ein Orden und da ein Säbel. Inne Ecke steht ein Schallplattenapparat und daneben liegen die Platten mite Marschmusik. Und wehe, die Schwester will ihn ma ein rotet Hemd anziehn. Dann wird der alte Gannef aber fuchtich. Darf allet immer nur braun oder schwazz sein.
Wie er noch jünger war, hater oft im Knast gesessen, weiler dat Maul nich halten konnte und weiler immer miten ausgestreckten Arm durche Gegend gelaufen is. Getz isser zu alt für den Scheiß und sitzt nur noch in sein Zimmer und nervt die Schwestern mit sein blödet Gefasel.
Seine Familie hat ihn schon vor fuffzehn Jahre im Altersheim abgeschoben weilse nix mehr mit ihn zu tun haben will.
Der Jupp Andreijzcak, unser Pastor, besticht mich manchma mit ein Sexerpack Dortmunder, damit ich den Adolf ma zwischendurch besuchen geh. Nen andern Doofen findet der eimfach nich dafür.
Aber ma ehrlich: Für son lecker Dortmunder, da kann ich auch ma die alte Arschgeige für ärgern gehn.

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