Bundeswehr

Hebbert Honselmeier„Samma, Hebbert,“ sarich fürn Hebbert Honselmeier, wie ich letztens ma wieder bein Birkan anne Bude gewesen war. „Samma, wie is dat? Warsse einklich auch bein Bund?“
„Der Hebbert doch nich,“ mischt sich der Birkan ein. „Kuck Dich den domma an. Den kannze doch kein Püster inne Foten geben. Der macht doch ohne Skrupel Frendli Feier.“
„Häh?“ sacht der Hebbert, der grade gemerkt hat, datet um ihn geht. „Wu… Wundersbehr? Jaklaar warich da. Binnich nich drumrum gekomm, dammals.“
„Jau,“ sarich. „Die ham ja dammals allet genomm, wat einigermaßen gradeaus kucken konnte. War ja kalten Kriech. Heute is dat ne Berufsarmee. Da sieht dat anders aus. Aber dammals konntse machen, wate wolltes. Die ham Dich gnadenlos anne Knarre gezwungen. Da hättense sogar den Kucki genomm.“
„Auweia!“ sacht der Birkan und verdreht die Augen. Der kennt dat ja nich. Is ja grade ma Mitte Zwanzich. Den sein Jahrgang war der erste, dense nich mehr gezogen ham.
„Und Hebbert?“ sarich. „Wieso musstes Du denn da hin?“
„Boohoffski, Du verstehssat nich. Birkan? Mammanoein, uuund fürmeinfreundhier auch.“
Ich kuck den Birkan kurz mit mein „neelassma-Gesicht“ an und sach:
„Janee, Hebbert. Dann sachma, wie dat allet so war, da beie Bundeswehr.“
„Jaaaaha. Ich musste echt da hin. Obwohl ich Kaffee und Kohla gesoffn hab wie bbekloppt. Haamse mich alle vorher gesacht, ich soll dat machen. Aber der Aaarrssst beie Musserung meinte nur für mich, ich soll nich soviel Kaffee saufen. Damitich nich daneben baller.“
„Und dann musstesse hin. Und wo warsse?“
„Weissichnichmehr so genau.“
„Wat musstesse denn da machen?“ frach ich.
„Ich war der Rraausfinder,“ sachter.
„Rausfinder?“
„Jaaahaa. Dat war der wichtichste Mann inne Abteillung. Kennsse dich nich mit aus, nä? Noch übern Gefreiten.“
“ Und wat musstesse immer rausfinden?“ frach ich schon mit eine bestimmte Ahnung.
„Der Hahauptmann hat mich immmmer gesacht, ich wär der wichtichste Mann inne Abteilllung.“
„Hebbert! Wat solltes Du immer rausfinden?“ is getz auch der Birkan neugierich geworden.
„Na, ob die Bösen irnxwo ne Miene gelecht hätten. Da hamse mich immer vorgeschickt. Dat war ganz wichtich, dat ich sowat rausfin’n tu.“
„Puh, Hebbert,“ sarich. „Gut, dat Du nie so eine böse Miene gefunden has.“
„Wieso? Dann hätt ich ein Ordn gekricht. Hat der Hauptmann immmer gesacht. Und der is richtich wat wert, so ein Ordn. Wat glaubsse denn, wat so ein Ordn wert is?“
„Bestimmt zwei Flaschen von den guten Schnaps.“
„Siehsse?“ sachter. „Da kannsse doch auch ma ne Miene für fin’n, oder? Ich hab in mein Leben immer nur Pech gehabt. Ich hab nie ne Miene gefun’n. Biirkaan? Mammanoein, uuundfürmeinfreundhier auch.“


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