Deinung

BoffskiHab ich letztens den doofen Willi getroffen. Der hatse nich alle aufen Zaun. Diesma wollter mich mit alle Gewalt davon überzeugen, datwe ganz dringend hier in Hochlarmark ein Ableger vonne Pegida aufmachen müssten. Ne Hogida, sozusagen. Et wärn ja so viele aabeitsscheue Schmarotzer hier, die den guten Deutschen die Aabeit wegnehmen und uns alle aam machen täten.
Boah, wat hat der ein geistigen Dünnfiff abgelassen. Glaubsse nich. Kann ich ja nich gut haben sowat.
„Und?“ frach ich ihn. „Wat hältsse davon, wennwe dat ma bein Birkan anne Bude bei ein Bierken ausdiskutiern würden?“
„Janee,“ sachter. „Da hab ich getz keine Zeit für. Du kennz meine Meinung doch getz.“
„Jau,“ sarich. „Deine Meinung kenn ich. Aber, hömma Willi. Dat is nich meine Meinung.“
„Bisse etwa auch so ein linket Aaschloch, wat unser schönet Land kaputt machen will? So wie die Angelika Merkel?“
„Willi,“ sarich. „Willi, dat is einklich ganz eimfach, dat mit die Meinung. Kuck domma. Meine Meinung kann doch gaanich Deine Meinung sein. Dann wärse ja ne Deinung. Weil aber Deine Deinung nich meine Meinung sein kann, weil, dat is ja ganz wat andret, musse mich meine Meinung behalten lassen und kannz Deine Deinung für Dich behalten.“
Hater mich ganz doof angekuckt, aber nix mehr gesacht.
Ich hab ihn dann stehn gelassen und bin bein Birkan ein Bierken trinken gegang.