Eisheilige

Hebbert Honselmeier„Saaammmaa?“ hat mich der Hebbert Honselmeier die Tage vonne Seite angesaugt, wie ich ma wieder bein Birkan anne Bude gewesen war. Ein Bierken für bei mein Sauerbraten holen. „Sammmaa? Wie issat einklich?“
„Janee, Hebbert,“ frach ich zurück. „Wat meinze denn getz?“
„Na, dat mite Aaaisseiligen.“
„Mite Eisheilige? Wat soll damit sein?“ sarich und denk mich, ‚wat kommt getz wieder?‘
„Wat wolln die einklich hier? Biirkaan? Mammanoein, uuund fürmeinfreundhier auch.“
Ich kuck den Birkan an und schüttel nur leicht den Kopp. Ich mach ja kein Schnaps. Birkan kippt den Hebbert dat Pinnken voll, Hebbert verteilt dat Zeuch in sein Gesicht und dann sachter:
„Die solln doch eimfach bleiben, wo se hiingehöörn, oder nich?“
„Hebbert,“ sarich. „Da sindwe ma einer Meinung. Mit kalt is getz aber ma gut gewesen.“
„Jaah, wat sindat denn üühbershaups für welche? Wat ham die hier sssu suchen?“
„Hebbert,“ heiz ich die Schnapsdrossel an. „Vielleicht sind dat ja Flüchtlinge.“
„Dat glaubichnich. Birkaahn? Mammanoein, uuund fürmeinfreundhier auch.“
Birkan kippt nochma dat Pinnken voll, Hebbert schüttet sich den Treppenstürzer im Bart und sacht dann:
„Dat sindoch keine Asülanten. Oder doch? Nee, dann wärn dat doch keine Heilige, oder?“
„Nee, Hebbert,“ mischt sich der Birkan ein. „Da im Norden, dat sind doch allet sichere Herkunftsländer. Dat sind keine Flüchtlinge.“
„Sarichdoch,“ recht der Hebbert sich auf. „Wat wolln die dann hier?“
„Vielleicht ma Urlaub machen,“ werf ich ein.
„Jau,“ treibt der Birkan dat aufe Spitze. „Die wolln sich eimfach ma aufwärm. Auch so Heilige, die halten dat ja nich ewig im ewigen Eis aus. Die müssen ja auch ma ein schönen Sommerurlaub machen.“
Hebbert kuckt uns an.
„Kannich verschtehn. Krisse ja kalte Füühsse, wenne da immer nur in ein dünnet Heiligenhemd rumlaufen tus, da wo et kalt is, so ohne Socken uuhnd so.“
„Naja,“ sarich. „Und immer nur Robbenfett essen und Schnee für zum trinken schmelzen, dat is ja nu auch aufe Dauer nich so der Hit, oder?“
„Ja, aaber warum issat denn dann immer so kalt, wenn die hier auf Besuch sind?“ getz hatte unser Quartalssäufer ein dicket Fragezeichen im Gesicht.
„Na, weil die so dermaßen durchgefroren sind, dat se die ganze Wärme ausse Umgebung abziehn, is doch klar,“ erklärt Birkan ihn dat Phänomen.
„Aaber dann könnse doch besser nach Aaffrika gehn. Da is doch immer warm. Da fällt dat nich so auf.“
„Jau,“ sarich. „Hebbert, dat is ne Idee. Wir fragen ma die Bundeskanzlerin, ob die nich ma in Rom Bescheid sagen kann, datse den Vertrach mite Eisheiligen für Europa kündigen und datse die stattdessen nach Afrika schicken. Dat wär doch wat. Dann hätten wir hier unsere Ruhe und die Afrikaner könn sich mite Kalte Sophie rumplagen.“
„Jau,“ meldet sich der Hebbert wieder zu Wort. „Dat isset. Die sinnda beschtimmt froh, datse ma ne Aahabkühlung kriegen tun.“
„Hebbert,“ sarich mit ein leichten Augenzwinkern zum Birkam rüber. „Du bis ein fiffigen Kerl. Du Solltes Politiker werden.“
„Ächt? Meinsse? Boohoffski, Du bissen echten Froind. Biirkaahn? Mammanoein, uuund fürmeinfreundhier auch.“


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