Emanzepazion

Sitz ich die Tage bei mein Bruder inne Küche und trink gemütlich ein Bierken mit ihn.
„Hömma!“ sachter so für mich. „Dat mit die Emanzepazion dat funxeniert nich.“
„Häh?“ frach ich zurück. „Wie meinze dat denn getz?“
„Ach,“ erzählter. „Meine Olle hat mich doch letztens im Konsum geschickt …“
Benno seine Olle„Dat hab ich gehört!“ gehtse vom Flur aus dazwischen. „Ich bin nich Deine Olle! Merk Dich dat ma!“
Die hört ja immer allet, watse nich hörn soll.
„Jaja, is ja schon gut,“ rufter zurück.
„Jaja heißt leck mich am Arsch! Dat merk ich mich!“ keiftse zurück.
„Na, jenfalls stand ich im Konsum anne Wurst-Teke, weil ich nochen Viertelfund Schmattemagen kaufen sollte.“
„Und?“ frach ich.
„Nix und. Dat isset ja ebend. Ich bin ohne Schwattemagen wieder nach Hause.“
„Wieso dat denn?“
„Na, weil die Mattkas anne Wurst-Teke mich garnich gesehn haben. Son Mann anne Wurst-Teke is für die eimfach nich da. Durchsichtich, verstehsse? Eimfach nur Dekoration. Da kannze mite Arme fuchteln wie du willz. Die nehm Dich eimfach nich für voll. Wenn ich mit meine Olle da bin …“
„HÖMMA!?“ hörsse nur aussen Flur.
„Wenn ich mite BRIGITTE da bin, steh ich ja auch immer nur miten Einkaufswagen daneben, bisse feddich is.“
„Und da bisse dann eimfach wieder abgehaun?“ frach ich.
„Wat sollte ich machen? Dat is die Welt vonne Weiber. Überall wollnse die Gleichberechtigung. Aber anne Wurst-Teke, da feifense voll aufe Emanzepazion. Da hasse als Mann keine Schangse.“
„Booh, Benno,“ sarich so. „Gut, dat ich meine Wurst entweder bein schebbigen Mattula inne Metzgerei oder im Supermarkt kaufen tu. Der Mattula kennt mich und im Supermarkt kauf ich abgepackte Wurst ausse Kühlung. Da stört mich die Emanzepazion nich.“
„Jau,“ sacht der Benno dadrauf. „Du hasset gut.“
„Hömma!“ kuckt unsan Benno seine Olle brastich umme Ecke. „Ich geb Euch gleich Emanzepazion! Dann is hier aber Kirmes inne Bude!“


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