Enerdschidrink

Hebbert HonselmeierHömma, war ich die Tage ma wieder bein Birkan anne Bude gewesen. Bierken für bei mein Sauerbraten holn. Und wen hab ich da getroffen? Richtich geraten. Den Hebbert Honselmeier.
„Na, Hebbert?“ sarich so für ihm. „Allet fit im Schritt?“
„Häh?“ kuckert von sein leeret Pinnken hoch. „Aaach Booohoffskii! Duh bissat. Machsssen hier?“
Au weia, denk ich mich. Der Hebbert is wieder kurz vorm abknicken.
„Janee, Hebbert, weisse doch. Bierken holn. Aber sach ma,“ sarich so für ihm und kuck dabei kurz bein Birkan rüber. „Kann dat sein, datte ein Bissken müde bis?“
Kuckter mühsam hoch, richtet sich auf und sacht dann empört:
„Wiehsoo dattenn? Kommpssen daahdrauf? Ich binnoch noch fit wien Turnschuuuh!“
Fuchtelt dabei inne Luft rum, lässt die Theke los, verliert dat Gleichgewicht und landet fast inne Liebesromane. Wie ich ihn wieder anne Theke festgetackert hab, sarich so für ihm:
„Naja, dann kuck ma im Spiegel. Dann weisse, wie ich drauf komm.“
„Ich glaub, der Hebbert braucht eimfach ma ein Enerdschidrink,“ mischt sich der Birkan ein. „Dann wird der wieder klar. Vielleicht denkt er dann auch ma dadran, dater noch ne Rechnung bei mich
offen hat.“
„Jau,“ sacht da der Hebbert. „Mammaein, uuund fürmeinfreundhier auch.“
„Janee,“ sarich. „Dat is nett gemeint, aber dat Zeuch krich ich nich runter. Auch, wenne damit fliegen lern kannz. Aber bei meine Höhenangst wär dat nich gut.“
„Wiesooh dattenn nich?“ frachter bissken irritiert und kuckt dann den Birkan an, der sone Dose schon aufgeplöppt hat.
„Probier eimfach ma, Hebbert, dann weisse, wat ich mein,“ sarich und zwinker den Birkan zu.
Hebbert setzt also die Dose an, kippt sich die Hälfte von dat Zeuch im Bart weiler die Futterluke nich richtich trifft und saugt die andere Hälfte hörbar ausse Blechkanne. Er hat aber die Minigranate noch nich ganz leer, da explodiert er, prustet dat ganze klebrige Zeuch, water noch im Mund hatte, quer durche Bude und schreit:
„Buääääh! Wat is dat denn? Willze mich vergiften, oder wat?“
Der Hebbert war auf eima teilnüchtern und voll aufen Damm.
„Samma! geht dat noch?“ wird getz der Birkan sauer. „Getz kann ich erssma die ganze Bude durchwischen. Ich glaub et hackt!“
„Janee,“ sarich. „Birkan, dat war doch deine Idee, den Hebbert den Enerdschidrink zu geben. Da musse getz nich ausrasten. Ich hab mich gleich gedacht, datt dat nich gut gehn kann.“
„Ja klar,“ beschwert er sich. „Hinterher den Schlaumeier markiern, oder wat?“
Während der Birkan angepisst nach hinten im Kabuff verschwindet, um den Aufnehmer zu holn, steht der Hebbert kerzengrade und steif anne Theke, kuckt sich verwundert um, so wie als wenner sagen wollte „Wo bin ich denn hier?“ und inschpiziert dann sein leeret Pinnken.
„Birkan?“ rufter nach hinten hintern Birkan her. „Wenne miten Aufwischen feddich bis, kannze mich ma ein Schnäpsken geben. Und ich glaub, für den Boffski kannze auch ein machen.“
Kurze Stille inne Bude. So ein klaren Satz hat der Hebbert seit Jahre nich mehr rausgekricht.
Wie der Birkan miten Eimer zurück kommt, kuck ich ihm an, und in sein Gesicht verändert sich auf eima der Ausdruck. Die Mundwinkel wandern nach oben und inne Augen siehsse die Dollarzeichen aufblinken.
„Tja,“ sarich fürn Birkan. „Getz weisse, wie du den Umsatz steigern kannz. Gib den Hebbert eimfach ein Enerdschidrink aus und du kannz die doppelte Menge von den Doppelkorn verkaufen.
Aber Enerdschidrink hin oder her. Mach ma für den Hebbert ein doppelten Schnaps auf mein Deckel.  Ich möchte doch gerne mein guten alten Hebbert wiederhaben. Und für mich machsse ma ein Bierken auf.“
„Boffski,“ sacht da der Hebbert bisken hibbelich, aber trotzdem klar und deutlich, ohne dat ihn irgendwat im Mund inne Quere kommt. „Ich wusste immer schon, dat Du einer von die besten Kumpels
bis, die ich hab.“
Zwei Stunden später war zwar mein Sauerbraten kalt geworden, aber wir hatten unsern alten Hebbert wieder.
Und Birkan hat richtich Umsatz gemacht.
Getz weiß ich endlich, wofür die Enerdschidrinks hergestellt werden. 


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Und nich vergessen:
Meine Storris gibtat auch als Buch.
Da stehn auch Geschichten drinne, die Du hier im Internetz nich lesen kannz.
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