Gefährliche Haushaltsgeräte

Hebbert Honselmeier„Hebbert!“ sarich fürn Hebbert Honselmeier, wie ich letztens bein Birkan anne Bude gewesen war. Bierken für bei mein Sauerbraten holn.
Hebbert dreht sich erschrocken um und haut dabei miten Arm den Kucki seine Bierflasche vonne Teke.
Schepper!
„Äääy!“ bölkt ihm der Kucki an. „Kannze nich aufpassen?“
Hebbert kuckt Kucki an, glaub ich, und sacht:
„Wolltich nich. Aber war doch wieso schon leer.“
„Hebbert,“ sarich für den Alkoholtester. „Dat is wegens dat Fand, verstehsse? Wenne zehn Granaten vernichtet has, hasse miten Fand die elfte raus.“
Bevor der Hebbert noch wat dadrauf sagen konnte, kam auch schon der Birkan mite Dreckschippe und ein Handfeger umme Ecke.
„Hier Hebbert,“ sachter. „Dann mach dat wenichstens sauber. Tritt sonz noch einer rein, in sein dusseligen Kopp.“ Und kuckt dabei den Hebbert streng an.
„Dat machichnich,“ weigert sich der Hebbert. „Dat is gefährlich.“
Getz hamwe uns alle angekuckt.
„Wie?“ fracht der Kucki. „Wat is denn dadran gefährlich, wenne miten Handfeger die Scherben wegmachen tus?“
„Ach,“ sarich. „Ich glaub, der Hebbert hat Angst, dater nich die richtige Scherbe trifft. Musse ja aufpassen, wenne allet doppelt siehs.“
„Neeehee?!“ geht der Hebbert empört dazwischen. „Ich tunich allet doppelt sehn! Ich binnoch kein Soooifer! Datis wegens die Schippe. Die is gefährlich.“
„Ach!“ sagen Birkan, Kucki und ich gleichzeitich.
„Jaaha?! Du glaubss mich dat getz nich. Aber dat isso!“ Lässt die Teke los, will mite Arme fuchteln, vergisst sein inneren Seegang, und wie er beinahe inne Liebesromane landet, kricht ihn der Kucki grade noch zu packen. Zusamm hamwe den empörten Antialkoholiker dann wieder anne Teke festgetackert.
„Hebbert,“ sarich. „Wieso sind die Dinger denn so gefährlich?“
„Jau,“ hakt der Kucki ein. „Sadomma!“
„Die schpring ein an!“ sachter ganz entsetzt.
„Hebbert,“ sacht der Birkan. „Dat sind Haushaltsgeräte. Tote Dinger, verstehsse? Da springt nix von alleine.“
„Birkaahn, Du verstehssat nich! Die Schippe beie olle Schihickedanss, die schpringt ein an.“
Hebbert wohnt ja beie olle Schickedanz aufe Haraldstraße im Keller. Da hater ein Zimmerken. Und wenner da rein will, musser beie Schickedanz durchen Flur.
„Ach,“ sarich. „Sach bloß, die hat dich letztens angesprung?“
„Jau,“ sachter. „Wie ich nachause gekomm bin. Mitten im Gesicht!“
„Hammer!“ sarich. „So hoch is die gesprung?“
„Jau. Die Schihickedanss hatse wohl im Flur vergesssn. Hatse wohl Brast wegen gehabt, die Schippe, weilie Schihickedanss se vergessen hat. Ja, uuundann isse mich voll im Gesicht gesprung. Ich war noch gaanich richtich durche Tür gewesen.“
„Ach Du Scheiße,“ sacht der Kucki. „Sowat hab ich ja noch nie gehört. Hömma, dat is ja wie in ein Gruselfilm.“
„Dat sarichdich!“ sacht der Hebbert. Und schiebt hinterher: „Birkaahn? Mammanoein, uuund fürmeinfreundhier auch.“
„Für welchen?“ fracht der Birkan, obwohl er genau weiß, dat ich kein Schnaps trinken tu.
„Füürn Kucki. Wegens dat Fand,“ sachter. Und hinterher sofort. „Kuuhucki? Kannss Du dat für mich wegmachen? Ich kann mich doch so schlecht büühücken.“
„Du has doch bloß Angst vor die Dreckschippe, sei ehrlich,“ sacht der Birkan.
„Schtimmt,“ sachter. „Wenn die ein aaansschpring, musse immer so husten.“ Und bisken abwesend sachter noch: „Mitten im Gesicht … mitten im Gesicht …“


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