Griechenlandkrise

Hebbert HonselmeierSamma, geht Dich dat Hin und Her mitie Griechenlandkrise einklich auch so aufen Draht wie mich? Hömma, dat is doch langsam irgendswie peinlich, oder? Für alle Beteilichten. Also, getz ma in ährlich …

Ich hab die Tage ma mein Fernsehn ausgemacht, wiese wieder damit angefang haben und bin bein Birkan anne Bude.
„Na, Boffski, wie isset?“ fracht mich der Birkan. „Hasse etwa auch schon griechisch gegrillt?“
„Ohnee, Birkan,“ stöhn ich. „Nich Du auch noch. Hömma, der hat doch schon sooo ein Bart. Und wirklich witzich isser aunich.“
„Häh?“ kuckt mich der Hebbert Honselmeier schäl an. „Du hassoch gaakein Baat.“
Der Hebbert kricht ja nich immer sofort mit, wodrüber man sich unterhalten tut. Da verhindert der Alkohol, dater den richtigen Zusammhang kricht. Wat manchma ganz gut so is.
„Janee, Hebbert,“ sarich so für ihm. „Der Witz mitie Griechen und dat griechische Grillen und so, dat is schon uralt. Kennt doch inzwischen jeder.“
„Die Griehchen? Wiesoh? Wat iiissenmitie?“ lallter zurück.
„Na,“ sarich. „Weisse doch. Die ham doch keine Kohle mehr. Pleite. Abgebrannt. Banken leer. Ham nix mehr zu mampfen.“
„Ja, uuhund wiesoh nich? Hatoch jeder, wat für zum essen.“ Saugt an sein leeret Schnapspinnken, schielt da rein und sacht fürn Birkan:  „Birkan? Mammanoein. Uuuhund fürmeinfreundhier auch.“
Ich mach ja kein Schnaps und ich kuck mit ein leichtet Koppschütteln den Birkan an.
„Janee, Hebbert, dat kannze Dich vielleicht nich vorstelln, aber in Griechenland gibtat kein Harz vier.“
Kuckter mich verständnislos an. Jenfalls so gut er kann. Is ja nich immer ganz leicht für ihn, ma gradeaus zu kucken.
„Höhömmaah? Dat kann doch gaaanich schtimmen. Hatoch jeder.“
„Hebbert,“ sarich ein bisken mit ein netten Ton inne Stimme. „Hebbert, die in Griechenland, die ham sowat im Moment wirklich nich. Nix. Null. Dat is so. Da hat nämlich gaakeiner mehr Knete. Noch nichma der Staat, der für dat Bezahln von Harz vier zuständich is.“
Machtern spitzen Mund, versucht, die Bewegung von sein inneren Seegang auszugleichen, und Du merks, wie bei ihn der Groschen in viertel Fennige fällt. In so ein Augenblick reitet mich dann immer der Schalk. Ich kuck zum Birkan rüber und der grinst mich an, wie, als wenner sagen wollte: „Mach ma.“
„Hebbert,“ heiz ich also den Kumpel an, „Hebbert, Du weiß doch bestimmt, wat man da machen könnte.“
„Jaklahar weißich dat. Bohoffski, Du verstehss mich. Birkan? Mammanoein. Uuuhund fürmeinfreundhier auch.“
„Der geht aufem Haus. Und, Hebbert, wat is nu?“ will der Birkan wissen.
„Bihirkahn, Du bis ein echten Froind. …“
„Hebbert?“ sarich. „Wat is denn nu mitie Griechen?“
„Bohoffski, Du verschtehssat nich. Dat is doch ganz eimfach. Dat wern allet Deutsche.“
„Ja, und wat ham die dann davon?“ will Birkan wissen.
„Bihirkahn, Du verschtehssat nich. Dann kriegen die alle Harss vier. Dann brauchen die aaunimehr aabeiten uuuhnd ham trotzdem Geld inne Tasche.“
Auf die Logik konnte ich getz nix mehr draufsetzen und ich sach leise fürn Birkan:
„Als wenn die dat nich schon längst gekricht hätten.“
Und laut sarich:
„Birkan, mach den Hebbert ma ein Uso. Wenn wir genuch davon trinken, verdien die in Griechenland soviel, dat wir die kein Harz vier bezahln brauchen.“
„Meinze?“ fracht der Birkan zurück.
„Ja klar,“ sarich mit ein Augenzwinkern. „Dat funxeniert bestimmt. Ich hab ja mit mein Bier auch schon den halben Regenwald gerettet. Wieso soll dat hier nich auch funxeniern? Und wat meinze?  Dat schafft der Hebbert doch fast schon im Alleingang.“
„Boohoffski,“ seibert der Hebbert mich im Ohr. „Boohoffski, Du bis ein echten Menschenfroind.“


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