Karlfreitach

Hebbert Honselmeier„Sssaammmaa, Boohoffski,“ lallte mich die Tage der Hebbert Honselmeier vonne Seite an, wie ich ma wieder in Maaktkruch bein Skatabend war. Ich wollte mich grad anne Teke mein erstet Bierken abholn.
„Sssaamma, wie issat einklich? Ich mmmein, dat miten Karlfreitach. Weisse doch.“
„Puh, ja, wie, wat meinze denn getz?“ frach ich ihn zurück.
„Ja, ich mein, wieso hamse den Tach aaainklich nach so ein Kerl genannt, den keiner kennt?“
„Ja, Hebbert, da frachse mich getz wat,“ sarich für ihn. „Dat müsste Dich einklich der Jupp Andrejczak erzähln könn. Hat ja mite Kirche zu tun. Dat is ja ein kirchlichen Feiertach.“
„Der Faffe? Meinze? Hööhömma. Dann kann ich mich dat schon denken, warum der so heißt, der Tach.“
Au weia, hab ich mich gedacht. Wat kommt getz wieder? Und gesacht hab ich:
„Na, dann erzähl mich ma, wate meinz, warum der Karlfreitach Karlfreitach heißt.“
„Dat issoch ganss ahaimfach. Boohoffski, Du verschtehssat nich,“ sacht dat und fingert nachen Pinnken. „Tönne! Mammanoein. Uuund fürmeinfreundhier auch.“
Bein Tönne brauch ich ja nix mehr sagen. Der weiß, dat ich kein Schnaps mach.
„Ja, Hebbert, wat is nu miten Karlfreitach? Warum heißt der so?“ wollte ich doch nu wissen, wat der sich getz schon wieder ausgedacht hat in sein dullen Kopp.
„Boah, Boohoffski! Dat is doch ganz eimfach. Der Karl Freitach, der hat ma wat gaanz wichtiget gemacht, inne Kirche. Dat is sowat wie mit den Nikolaus. Der hat ja auch sein Tach gekricht, weiler immer die Kinders von fremde Leute irgensein Kokolores schenkt.“
„Und?“ will ich wissen. „Wat hat der Karl Freitach gemacht?“
„Boohoffski … weisse dat etwa nich?“
„Nee,“ sarich. „Aber Du wirs mich dat bestimmt getz sagen.“
„Na, is doch wohl klar. Der hat den Oosserhase erfun’n. Darum is den sein Tach ja aaauch immer direkt vor Oossern.“
„Ach so. Du meinz, der war Kanickelzüchter und hat dann die Kirche seine Kanickel geschenkt, weiler so viele davon hatte.“
„Boohoffski, Du verstehs mich. Uund weiler ebend Freitach miten Nachname heißt, hamse iinne Kirche gesacht, dat der den Freitach vor Oossern kricht.“
„Na, da wärnse aber inne Bredullje gekomm, wenner Karl Sonntach geheißen hätte, oder?“
„Jau. Hamse Glück gehabt, die Faffen.“
„Heilich gesprochen hamsen aber nich, oder?“ getz wollte ich dat einklich aufe Spitze treiben. Die Kumpels ham sich schon alle ein gegrinst.
„Dat weissich getz nich,“ sachter ein bissken abwesend und kuckt mit ein Auge in dat leere Pinnken.
„Tönne! Mammanoein. Uuund fürmeinfreundhier auch.“
„Hebbert,“ meint Tönne dadrauf. „Du solltes besser ma wat essen. Vielleicht gehsse lieber ma nach Hause und lässt Essen auf Räder komm.“
Hebbert schielt ihn an, probiert dann aus, ob seine wackeligen Kackstelzen sein Gewicht noch aushalten, dreht sich um und visiert den Ausgang an. Bein rausgehn wackelter rum wie auf Eier und lallt leise vor sich hin:
„… immmer essen … Aber vielleicht haaam die ja auch Kanickelbraten.“


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