Kot-Metallic

BoffskiDer Günna Skripschak hat sich en neuet Auto gekauft. Kamer die Tage bei mich vorbei und hat mich dat stolz gezeicht.
„Und?“ sachter. „Wat sachsse?“
„Is groß,“ sarich.
„Ja, und sonz sachsse nix?“ frachter und hat so ein beleidichten Ton inne Stimme.
„Und irgenswie braun isset,“ sarich, weil ich ihn nich beleidigen wollte. Die Karre war nämlich ‚Kot-Metallic‘, wie der Kurze von unser Bärbel immer für sone Farbe sacht.
„Ja, dat weiß ich doch,“ sachter. „Da siehsse den Dreck nich so drauf.“
Dat is immer ein blödet Argument, denk ich mich. Wo der Günna mit seine Karre doch sowieso zweima inne Woche inne Waschanlage is. Mindestens. Da hätter auch ein Auto mit ne richtige Farbe nehm könn. Wie die Schantall aussen Maaktkruch. Die ihre Nuckelpinne is rosa. Is zwar auch ne peinliche Farbe, aber wenn der Rollschuh auch noch braun getarnt wär, würdse im Verkehr nich lange überleben, die Schantall. Rosa is schon eher sowat wie ne Sicherheits-Signalfarbe. Damit fällze auf. Gibt ja sonz nur noch silberne, schwatte oder dunkelblaue Karren. Ja, und ebend braune. In Kot-Metallic.
„Sollnwe ma ne Runde drehn?“ fracht mich der Günna ganz stolz.
„Janee, vielleicht später ma,“ sarich so. „Ich muss ma kucken, ich glaub unser Omma hat grade den Sauerbraten feddich. Den darf ich nich kalt wern lassen. Vielleicht hasse ja auch Hunger?“
Dat hab ich extra gefracht. Der Günna is ja aufen Gesundheitstrip und isst im Moment nur Kanickelfutter.
„Neenee, lass ma, danke!“ sachter und sacht weiter: „Ich fahr dann ma rüber bein Ede. Vielleicht hat der ja Bock auf ne Runde. Lasset Dich ma schmecken.“
„Jau, danke. Wir sehn uns,“ ruf ich hinterher. „Und grüß den Ede.“
Boh nee, nä? Nix gegen den Günna. Issen töften Kumpel. Aber ich steich doch nich in ein Esjuwie ein. Und dann auch noch in ein in Kot-Metallic. Nachher sieht mich noch einer. Boh nee, äy. Dat wär mich peinlich.


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