Osterbaum

Hebbert HonselmeierWar ich letztens ma wieder bein Birkan anne Bude, weil mich ein Bierken für bei mein Sauerbraten gefehlt hat. Und wen treff ich da? Klar! Den Hebbert Honselmeier.
„Und?“ sarich so für ihm. „Wie isset Hebbert? Hasse schon allet für Ostern feddich?“
„Häh?“ kuckter mich mit sein scheelen Blick von links nach schräch an. „Ach Boohoffski, Duu bissat.“
„Jau, Hebbert,“ sarich. „Ich bin dat. Und? Allet klar mite Eier und so?“
„Neee,“ sachter, hält sich anne Theke fest, weil sein schweren Kopp ihn inne falsche Richtung ziehn wollte und peilt mich wieder an. „Ichab keine Watte mehr.“
„Janee, Hebbert. Wofür brauchsse denn Watte?“ frach ich erstaunt.
„Jau, Hebbert,“ geht auch der Birkan dazwischen. „Dat hätt ich aber getz auma gern gewusst.“
„Füre Ölomo.. Önokolo … Ökomolologie.“
Ich kuck den Hebbert an, ich kuck den Birkan an und frach: „Wat is dat denn?“
„Dat isss … äh … Dingenss. Biiirkaaan? Mammanoein. Uuund fürmeinfreundhier auch.“
„Hebbert,“ sacht der Birkan. „Wenn Du getz noch ein trinks, kannze uns nich mehr erzähln, wat dat Dingens sein soll.“
Hebbert lässt empört die Theke los, will wat sagen, kommt aber nich dazu, weiler Schlachzeite kricht. In letzten Augenblick, bevorer inne Zeitschriften landet, erwisch ich ihn grad noch so.
„Mannomann, Hebbert,“ sarich so für ihn, wie ich ihn wieder anne Theke festtacker. „Heute hasse aber getankt, wa?“
„Jau,“ sachter nur kurz und lässt ein Bäuerken hörn.
„Hebbert! Die Watte,“ ruft Birkan ihn zu. „Wat is getz damit?“
„Datis fürn Oosserbaum,“ würgt er mühsam zwischen seine Dritten raus.
„Wofür?“ frach ich.
„Fürn Oooh-sser-baum!“ wird er ein bissken lauter. „Kennsse wohl nich, wa?“
„Nee. Wat is denn ein Osterbaum? Und wat is dieset andere komische Wort?“ getz is Birkan neugierich geworden.
„Da kannsse Geld schparn. Ichab ja nich so viel.“
„Ach von wegens die Ökonomie. Dat meinze,“ sarich.
„Jau. Ham mich die Ökos vonne Robertstraße gesacht, ich soll dat so machen. Dann brauch ich mein Weinachssbaum nich wegschmeißen. Wär doch schade drum. Auch wegen den Wald, uuuhndso.“
„Ach, dann hasse ein viertel Jahr lang den ollen Knüppel inne Kabache rumstehn, hängs in dat abgenadelte Vieh ein paar Wattebäuschkens rein und ein paar Eier dazwischen, und dat is dann ein Osterbaum?“ frach ich die Schnapsdrossel.
„Jau. Und die Watte machich mite Eierfaabe bunt. Dann siehtat noch schöner aus.“
„Und womit tusse dann die Eier färben?“ frach ich weiter. Dat hätt mich getz doch ma intressiert.
„Gaanich.“
„Jawie?“
„Die Faabe is dann ja wech. Ich kann mich ja nich soviel leissen.“
„Dann hasse ein buntet Baumgerippe inne Bude, aber weiße Eier?“
„Jau. Man kannich alllet haam. Biirkaaan? Mammanoein. Uuund fürmeinfreundhier auch.“

Kannz ma sehn, wo dat hinführt, wenn Ökologie und Ökonomie aufenander treffen.


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