Poststreik

Boffski„Boah, äy!“ sarich, wie ich die Tage ma wieder bein Birkan anne Bude gewesen war.
„Hä?“ fracht der Hebbert Honselmeier zurück. „Wassnlos?“
„Ja, Boffski, wat is los?“ fracht auch der Birkan.
„Ach,“ sarich. „Der blöde Streik beie Post geht mich aufen Draht. Überall hörsse nur noch Streik, Streik, Streik.“
„Jau,“ sacht der Hebbert. „Ihich findat auch doof, wenn die Leute sich dauernd streiten tun.“
„Streik, Hebbert. Streik. Nich Streit,“ klärt der Birkan dat Missverständnis auf.
„Naja,“ sarich. „Wat soll dat denn einklich? Erst die Kindergärtner, wat ich ja noch verstehn kann, weil die echt mies bezahlt wern. Siehsse ja bei die Nikolle. Die schnuckelige Kleine vonne Hüserstraße, weiße? Die Freundin von den Otto Schenzmeier sein Neffe. Wie die am rumeiern is mit ihre paar Kröten. Aber dann sofort hintendran der Streik von die Lokführer, wat mich nix angeht. Ich fahr ja miten Auto oder miten Bus. Ja und getz die Postboten. Samma, is dat getz ne neue Mode, datse alle nacheinander auße Ecken gekrochen kommen? Von mich aus sollnse alle streiken wiese wolln. Aber ich waate getz schon ne Weile auf die Eintrittskaate für dat nächste Heimspiel. Wenn die zu spät bei mich ankommt, hau ich mein Postbote ein inne Schnauze. Kannze aber drauf an.“
„Ahalso doch Schtreit,“ lallt der Hebbert dazwischen.
„Ach, Boffski,“ sacht der Birkan so für mich. „Rech Dich nich auf. So ein Poststreik hat doch auch wat Gutet.“
„Ja, und wat bitte?“ frach ich.
„Is doch ganz eimfach,“ sachter. „Dann hab ich nich so viel Direktmüll in mein Briefkasten.“
„Wasn Direktmmüll?“ fracht der Hebbert und kuckt dabei in sein leeret Pinnken. „Mammanoein. Uuuhund fürmeinfreundhier auch.“
„Reklame, Hebbert, Reklame,“ sacht Birkan und schüttet den Hebbert noch ein ein. „Die Reklame wandert bei mich direkt im Müll. Unsere Postboten sind doch sowieso nur noch für dat Austragen vonne Reklame da. Richtige Post tragen die doch nur noch ganz selten aus, seit dat die Email gibt.“
„Wenne dat so siehss,“ sarich drauf. „Dann könntense von mir aus bis am jüngsten Tach streiken. Dann wird meine Papiertonne nämlich nich so voll, ich muss die seltener abholen lassen und ich spar Geld. Hömma! Dadrauf geb ich ein aus. Mach ma noch ne Runde fertich. Aber wenn nich bald mein Fußballticket kommt, raste ich wirklich aus.“


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