Archiv der Kategorie: Storris

Eine Sammlung von Boffski-Storris

Nahrungskette

Der Kurze von unser BärbelBin ich letztens, wie unser Bärbel ma wieder auf Mittachschicht im Krankenhaus gewesen war, rüber, weil ich ja immer aufen Kurzen aufpassen tu, wennse nich zu Hause is.
Hömma!
Ich komm bei ihm im Zimmer und bin fast ausse Latschen gekippt. Da war ein Mief inne Bude gewesen, dat kannze Dich nich vorstellen.
„Boah, nee äy!“ sarich für den Kurzen. „Wat has Du denn hier gemacht? Dat müffelt ja wie inne Fabrik für Zitronenpuder.“
„Dat is für gegen die Mücken,“ sachter zurück. „Hab ich inne Drogerie gekauft.“
„Für so ein Scheiß gibt die Mamma Dich Geld?“ frach ich. „Da macht man doch besser Gitter anne Fenster, damit die ollen Saugmonster ganich erst reinkommen tun.“
„Nee, dat hab ich von mein Taschengeld gekauft.“
„Pass ma auf,“ sarich. „Für so ein schemischet Zeuch brauchsse Dein Taschengeld nich ausgeben. Da kommsse eimfach rüber und sachss mich, wat ambach is. Ich kuck dann ma, wie man dat
irgenswie im Griff kriegen kann. Aber ma wat andret. Hasse schon Schularbeiten gemacht?“
„Nee. Dat mach ich auch nich mehr,“ sachter in ein ziemlich brastigen Ton und verschränkt die Arme. Nahrungskette weiterlesen

Gefährliche Haushaltsgeräte

Hebbert Honselmeier„Hebbert!“ sarich fürn Hebbert Honselmeier, wie ich letztens bein Birkan anne Bude gewesen war. Bierken für bei mein Sauerbraten holn.
Hebbert dreht sich erschrocken um und haut dabei miten Arm den Kucki seine Bierflasche vonne Teke.
Schepper!
„Äääy!“ bölkt ihm der Kucki an. „Kannze nich aufpassen?“
Hebbert kuckt Kucki an, glaub ich, und sacht:
„Wolltich nich. Aber war doch wieso schon leer.“
„Hebbert,“ sarich für den Alkoholtester. „Dat is wegens dat Fand, verstehsse? Wenne zehn Granaten vernichtet has, hasse miten Fand die elfte raus.“ Gefährliche Haushaltsgeräte weiterlesen

Kunstverständnis

War ich die Tage ma wieder bein Birkan anne Bude gewesen. Bierken für bei mein Sauerbraten holn. Natürlich war auch der Hebbert Honselmeier da. Und wie we so über allen möglichen Kram am simuliern sind, kommt auf eima Kucklinskis Marcel durche Tür.
„Kucki,“ sarich. „Wie is? Wat treibt Dich her?“
„Tach zusamm,“ sachter. Und bisken komisch für unsern Budenwirt: „Birkan? Mach mich ma ein Pilsken auf.“
Birkan plöppt die Granate auf, gibtse beim Kucki rüber und sacht: „Allet in Ordnung bei Dich?“
„Nee,“ sachter mit ein Gesicht, wie als wenner grade ein Zitronensalat gegessen hätte. Und nimmt erssma ein langen, langen Zuch ausse Pulle. Kunstverständnis weiterlesen

Bürgerinizjative

BoffskiHömma, die Schnippenkötter, nä? Kennze doch. Die vonne Gustavstraße, die immer bei allen Blödsinn vorne mitmischt. Määänsch, kennze bestimmt. Die hat doch in letzten Jahr den Förderverein für zum Schutz von den quergestreiften Laich von die brasiljanische Schattenmorelle an den Unterlauf vom Rio Poco gegründet. Jaa, dat is die, die auch füre Trittschalldämmung inne Fußgängerzone ein Bürgerbegehren angeleiert hat. Und beie Bürgerinizjative für ein Verbot von Heizgriffe am Motorrad, von wegens die Raserei an Sonntachnammitach, isse ja auch vorne mit dabei gewesen. Weisse immer noch nich? Aber bei den Aufruf zur Unterstützung von rauchfreie Zonen in private Kindertagesstätten im oberen Kongodelta, hömma, da klingelt doch wat, oder? Bürgerinizjative weiterlesen

Innere Einkehr

BoffskiLetzte Tage hab ich ma wieder den Günna Skripschak getroffen. Der Günna is ja immer voll im Gesundheitswahn und is ständich irgenswie am rumzappeln. Diesma wollter mich überreden, mit ihn aufe Walz zu gehn.
„Boffski,“ sachter für mich. „Wat hältsse davon, wennwe ma beide wandern gehn? Dat is getz der große Haip.“
„Der wat?“ frach ich ihn.
„Na, dat is voll der Trend. Getz sindse doch alle unterwechs nach Spanien. Pilgerreise und so, weisse?“
„Wandern,“ sarich und kuck an mich runter so weit et geht. „Pilgerreise. Bis nach Spanien. Samma, gehtet noch? Wat glaubsse, wie weit ich kommen tu?“ Innere Einkehr weiterlesen

Zwiebelsalat

Hebbert Honselmeier„Puh,“ sarich die Tage fürn Birkan, wie ich bei ihn anne Bude gewesen war. Bierken für bei mein Sauerbraten holn. „Wat müffelt dat hier?“
„Dat is der Hebbert!“ sacht der Birkan zurück.
„Hebbert?“ dreh ich mich nach unsern Alkoholtester um.
„Häh?“ sachter, wie er merkt, dat wir über ihm reden.“Aahach, Boohoffski, Dubissat.“
„Jau,“ sarich. „Ich bin dat. Samma, wat has Du denn für ein strenget Pafüm aufgelecht?“
„Da kannichnix führ. Dat is von mein Essen.“ Sacht dat und schiebt gleich hinterher:
„Birkaahn? Mammanoein, uuund fürmeinfreundhier auch!“
„Boah, womit hasse Dich denn diesma vergiftet? Dat Aroma is doch schon ein bissken deftiger.“
„Sssswiiebelsallaaht!“
„Zwiebelsalat?“ sarich und kuck mit ein Seitenblick bein Birkan rüber. Der verdreht die Augen, wie als wenner weiß, wat getz kommt.
„Jaah,“ versucht der Hebbert mich entgegenzuhauchen. „Bröööh!“ rülpster direkt hinterher. Und ausse andre Richtung hater gleich ein
nachgeschoben. Ich hab inschtinktief aufen Boden gekuckt, ob et um den Hebbert rum ein Kranz von tote Insekten geben täte und bin ein
Schritt zurück gegangen. Birkan lässt seufzend die Schultern hängen.
„Datis gesund,“ erklärt der Hebbert mich den Grund für sein Gestank.
„Dat riecht eher nach innerliche Verwesung,“ wirft der Birkan leise ein, und ich sach fürn Hebbert:

„Wer hat Dich denn DEN Quatsch aufgebunden?“
„Dat ham mich die Ökos vohonne Robertstraße gesacht, ich soll dat so machen. Da würdich nich krank wern. Wegens die F- F- Fitamiene
uuunssoo, weisse? Musse ja getz aufpassen, wose doch aahalle immer krank sind.“
„Und die haben Dich dann ein Rezept für Zwiebelsalat gegeben,“ will Birkan wissen.
„Nee, die ham mich gesacht, datich mich ein Sallaaht machen soll. Wegens die Ffitamiene, weissu? Damitich nich krank wern tu. Birkahn? Mammanoein, uuund fürmeinfreundhier auch.“
„Und wie bisse dann auf Zwiebelsalat gekomm?“ bohr ich weiter. Weil, dat hätt mich getz doch ma intressiert, wie einer auf so ne blöde Idee kommt.
„Ichab nix andret mehr gehabt. Wat soll ich denn machen? Ich kann mich doch nicht so viel leissen. Ich binnoch Haarssvier. Ja, uundann hab ich ebndn Sssswiebelsalat gemacht.“
„Und wat hasse sonz noch so da reingetan, in Dein Zwiebelsalat?“ Birkan is da immer ganz intressant für, weiler ein Hobbykoch is.
„Wie? Noch da reingetan?“ Hebbert kuckt wien Auto. „Sswiebeln! Wat denn sonsssnoch? Ichab donnix.“
„Dann hasse eimfach ein paar Zwiebeln im Teller aufgeschnitten und die ohne wat dabei gegessen?“
„Wie? Aufgeschnittn?“ getz war aus dat Auto schon ein Laster geworden.
„Sach bloß, Du has die Zwiebeln noch nicht ma in Ringe geschnitten? Hasse die denn wenichstens geschält?“ getz kam bein Birkan der Koch durch.
„Jasicher,“ Hebbert versucht den Hobbykoch anzukucken, glaub ich, und sacht dann für ihm: „Ich binnochnich doof!“
„Hebbert,“ geh ich dazwischen. „Dat sacht doch keiner. Der Birkan wollte nur sicher sein, date in Dein Gesundheitswahn nich anne
Zwiebelschale ersticken tus. Wer weiß, wat da allet passiern kann. Aber inne Mitte durchgeschnitten hasse Dein Salatgemüse aber schon, oder?“
„Boohoffski, Du verstehsss mich. Wär ja sonss kein Salaaht. Birkaahn? Mammanoein, uuund fürmeinfreundhier auch.“
Da hab ich erst den Hebbert seine linke Hand gesehn. An jeden Finger hatte der mindestens zwei Pflaster.
„Hebbert,“ sarich für den alten Kumpel. „Ich mach dat ja sonz nich, nä? Aber rein im gesundheitlichen Intresse geb ich Dich getz fümf Euro. Damit gehsse getz bein Birkan sein Koseng inne Pommesbude und haus Dich ne Fosfatstange rein. Damite ma wat gesundet aufen Teller kris und nich immer Zwiebelsalat essen muss. Dat is auch besser für Deine Finger.“
Kuckter mich an, glaub ich, kricht leicht Pippi inne Klüsen, versucht meine Schulter zu treffen und sacht:
„Boohoffski, Du bissen echten Froind.“
Steckt den Fümfer ein, visiert den Ausgang an und wie er dann draußen is, misster ersma den Bürgersteig aus.
„Wieso hasse dat denn getz gemacht?“ will der Birkan von mich wissen. „Dat machsse doch sonz nie?“
„Ach, Birkan,“ sarich. „Dat war einfach ne Investition inne Gesundheit. Besonders in unsre. Kannze ma Durchzuch machen?“


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Verstrahlt

Hebbert Honselmeier„Sammaa, Boohoffski?“ hat mich die Tage der Hebbert Honselmeier vonne Seite angelallt, wie ich ma wieder bein Birkan anne Bude gewesen war. Bierken für bei mein Sauerbraten holn.
„Sammaa? Wie issat einklich?“
„Janee,“ sarich. „Wat meinze denn getz?“
Der Hebbert denkt ja immer, dat man weiß, water grade denkt. Der kricht den Unterschied zwischen leise denken und laut sprechen nich mehr so gut aussenanderklamüsert. Da geht dann schomma wat durchenander.
„Ja, ich mein so die ganze Mohde, uuunsoo. Wieso machen die dat denn alle?“
„Meinze, warum die Fraun immer inne Klamottenläden …“
„Neee,“ gehter dazwischen. „Ich mein dat mitie komischen Tehlefohne. Dat meinich. Birkaan? Mammanoein, uuund fürmeinfreundhier auch.“
„Ach, Du meinz die Dinger mite Bet-Äpp drauf,“ sarich und blinzel rüber bein Birkan. Der macht den Hebbert nochma dat Pinnken voll und grinst mich dabei an. „Wo se immer alle so gebeugt drüber hängen, wie als wennse am Beten dranne wärn.“
„Jau, die meinich, Prost,“ sacht dat, versucht die Futterluke zwischen die ganzen Stoppeln zu finden, und wie er meint, dater die richtige Stelle gefunden hätte, kippter sich dat eklige Gesöff halb im Hals und halb im Bart.
„Und Du meinz, dat wär getz ne Mode, oder wat?“ will der Birkan wissen.
„Jaaah,“ sacht Hebbert und wackelt anne Teke rum wie son Setzling im Sturm. „Da machen die doch immer son Theater drum, die ganssen mit ihre komischen Frisurn und die teuren Aaahnssüge, uunso.“
„Ach, Du meinz diese Dinger miten angebissenen Appel drauf,“ sarich. „Die wose immer alle schon Nachts vor die Läden kampiern, weil ma wieder ein neuen Quasselkasten rauskommt.“
„Jau, die meinich. Finndich iihrnxwie Banane. Birkan? Mammanoein, uuund fürmeinfreundhier auch.“
„Hebbert,“ sarich. „Hebbert, wenn einer weiß, warum die Leute wie bekloppt hinter sone Mode herrennen tun, dann bis Du dat.“
„Boohoffski, Du verschtehss mich. Birkan? …“
„Hebbert,“ sacht der Birkan. „Ich bin ja schon dabei. Ich mach getz ma ein Appelkorn, nä? Damite ma paar Fitamine kris. Aber dat is erssma der Letzte. Dann musse ma wat essen gehn.“
Hebbert kuckt den Birkan ganz empört an, sacht aber nix dazu. Stattdessen kuckter dann mich an, glaub ich, kippt den Treppenstürzer irgenswo an sein Kinn und sacht für mich:
„Dat hat mite Beschtrahlung ssu tun.“
„Mite Bestrahlung? Mit wat für ne Bestrahlung?“ frach ich und kuck bein Birkan rüber, der sich schon wegdrehn tut.
„Na, die tun doch die Leute beschtrahln, wennse am tehlefoniiern dranne sind. Mitie Tehlefohne. Die schicken da so Schtrahln durchen Tehlefohn im Kopp rein. Dann sindse völlich verstrahlt.  Hamse in Fernsehn gesacht. Ja, uuundavon wern die Leute richtich doof. Uuun süchtich nach dat Zeuch wernse dann auch. Wat glaubssuudenn wieso die sonz so hinter dat unnüsse … uunnnüütsse Gelummppe her sind? So is dat. Birkahn? Mammnoein, uuund fürmeinfreundhier auch.“
Der Hebbert hatte schon wieder vergessen, wat der Birkan ihn grade gesacht hatte. Und Birkan sacht:
„Hebbert, vielleicht gehhse erssma wat essen. Geh ma bei mein Koseng anne Pommesbude. Ich ruf den an, date komms. Dann brauchsse nich so lange aufe Fosfatstange warten.“
Hebbert kuckt den Birkan an, murmelt nur wat von „immer essen“ in sein Bart und wackelt ausse Tür. Wie er draußen is, sarich fürn Birkan:
„Samma Birkan, kann dat sein, dat der Hebbert heute ma wieder n bissken verstrahlt is, weiler zu lange mite Kornpulle telefoniert hat?“
Gesacht hat der Birkan nix. Hat mich nur mit ein Grinsen ein neuet Pilsken aufgeplöpt.


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Adzwenzkalender

Hebbert Honselmeier„Und?“ sarich so zum Hebbert Honselmeier, wie ich die Tage wieder ma bein Birkan anne Bude gewesen war, Bierken für bei mein Sauerbraten holn. „Hasse auch schon Dein Adzwenzkalender anne Wand?“
Kuckter mich schräch vonne Seite an und meint: „Häh?“
„Adzwenzkalender, Hebbert,“ sarich kurz für ihm. „Kennze doch noch, oder?“
„Jaklaaar kennich n Ahtzwenzkalenner. Wat glaubssuudenn?“ sachter und wackelt anne Theke rum.
„Und?“ frach ich. „Hasse getz ein oder nich?“
„Nee. Kannichmich nich leissen. Issu teuer. Ichab ja nur Harssvier.“
Dreh ich mich bein Birkan um und sach so für ihm:
„Samma, Birkan? Wie is dat? Wat hältsse davon, ein Adzwenzkalender nur fürn Hebbert aufzuhäng? Dann hat der auch ein bissken Adzwenzgefühle.“
„Nee, Boffski, kann ich nich machen. Dann woll die andern Stammgäste auch alle ein haben.“
„Aaach,“ sarich. „Dat kriegenwe schon hin. Dat is doch ein vorweihnachtlichen Notfall. Die verstehn dat schon.“
„Na, wenne meinz…,“ sachter mit ein Augenzwinkern. „Aber wat tunwe im Adzwenzkalender rein?“
„Is doch klar, Birkan. Da komm diese klein Schnapsfläschkes rein. Jeden Tach ne andre Pulle. Dann is dat wat Persönlichet.“
„Und wer bezahlt dat?“ Will Birkan wissen. Der is als Budenwirt ja drauf angewiesen, dater mit sein Gesöff Geld verdien tut.
„Aaach,“ wink ich ab. „Da machenwe eimfach ne Sammlung beie Budengäste. Wenn jeder den Schnaps dafür spendet, den der Hebbert ihm ausgeben will, hamwe ruckzuck den Kalender voll.“
Der Hebbert glaubt echt, dat we ihn ne Freude machen wolln und er sacht mit ein bissken Pippi inne Klüsen:
„Hööömmaa?! Dat wollter ächt für mich machen? Nee, nä? Boah … Birkaahn? Mammanoein, uuund fürmeinfreundhier auch.“
„Janee, danke Hebbert,“ sarich für ihm. Und fürn Birkan sarich: „Tu dafür ma lieber dat erste Fläschken anne Seite. Spende ich fürn Adzwenzkalender.“
Kuckt mich der Birkan mit ein Grinsen an, sacht aber nix, schüttet den Hebbert nochma dat Pinnken voll, nimmt ein Pülleken ausssen Papkartong und tut et anne Seite legen. Der Hebbert kommt mit sein vollet Pinnken bedrohlich auf mich zugewankt, versucht meine Schulter zu treffen, kuckt mich an, glaub ich, und sacht für mich:
„Boohoffski, Du weiss wodraufet beie Ahtsswentssseit ankommen tuht. Du bissen echten Frooind. Prost.“

Ich hab dat Pülleken am Ende dann doch bezahlt. Kannz den armen Kumpel ja nich so auflaufen lassen. Schließlich weiß ich ja, wodrauf et inne Adzwenzzeit ankommen tut.


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Textilberchbau

unser Bärbel - Betreiberin von ein ziemlich großen Textilberchbau inne eigene WohnungHömma, ich war letztens ma wieder bei unser Bärbel. Die is ja Krankenschwester und hat im Krankenhaus immer Schichtdienst. Genau wie ich dammals, wie ich noch aufen Pütt gewesen war. Und bei die is dat als Alleinerziehende immer ein bissken schwierich mite Hausarbeit und den Kurzen anne Kandarre zu halten und miten Einkaufen und so. Deshalb helf ich sie immer, wenn ich die Zeit dafür hab. Jau, und wie ich die Tage ma wieder drüben gewesen war, hab ich gedacht, die hat ein Lumpenladen in ihr klein Zechenhäusken eingerichtet.
„Hömma, Schwesterken, hasse die Altkleidersammlung geplündert oder wat?“ hab ich se gefracht.
„Nee, wieso meinze?“ frachtse.
„Na, hier, die Klamottenberge. Wat is damit? Kann dat wech?“ Textilberchbau weiterlesen

Telepatie

BoffskiDie Tage war ich ma wieder bein Tönne im Marktkruch für zum Kaatenkloppen. Mit den Ede Piecha und den Günna Skripschak.
„Und?“ sarich. „Wie is, Günna? Warsse wieder ma unterwechs?“
Der Günna ist ja immer irgenswie inne Weltgeschichte unterwechs und bricht sich die Gräten. Wie letzten Sommer inne Pürreneen, wo er ja bein Wandern quer durchen Geröll den Berch runtergepoltert is.
„Jau,“ sachter und kuckt in seine Kaaten. „Achzehn.“
„Habich,“ sacht der Ede. „Und? Wo warsse gewesen?“
„Inne Alpen. Für zum Drachenfliegen. Zwanzich.“
„Habich,“ Ede kuckt angestrengt in seine Kaaten. „Dat habich früher immer bei uns aufen Stoppelfeld gemacht.“ Telepatie weiterlesen