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Zwiebelsalat

Hebbert Honselmeier„Puh,“ sarich die Tage fürn Birkan, wie ich bei ihn anne Bude gewesen war. Bierken für bei mein Sauerbraten holn. „Wat müffelt dat hier?“
„Dat is der Hebbert!“ sacht der Birkan zurück.
„Hebbert?“ dreh ich mich nach unsern Alkoholtester um.
„Häh?“ sachter, wie er merkt, dat wir über ihm reden.“Aahach, Boohoffski, Dubissat.“
„Jau,“ sarich. „Ich bin dat. Samma, wat has Du denn für ein strenget Pafüm aufgelecht?“
„Da kannichnix führ. Dat is von mein Essen.“ Sacht dat und schiebt gleich hinterher:
„Birkaahn? Mammanoein, uuund fürmeinfreundhier auch!“
„Boah, womit hasse Dich denn diesma vergiftet? Dat Aroma is doch schon ein bissken deftiger.“
„Sssswiiebelsallaaht!“
„Zwiebelsalat?“ sarich und kuck mit ein Seitenblick bein Birkan rüber. Der verdreht die Augen, wie als wenner weiß, wat getz kommt.
„Jaah,“ versucht der Hebbert mich entgegenzuhauchen. „Bröööh!“ rülpster direkt hinterher. Und ausse andre Richtung hater gleich ein
nachgeschoben. Ich hab inschtinktief aufen Boden gekuckt, ob et um den Hebbert rum ein Kranz von tote Insekten geben täte und bin ein
Schritt zurück gegangen. Birkan lässt seufzend die Schultern hängen.
„Datis gesund,“ erklärt der Hebbert mich den Grund für sein Gestank.
„Dat riecht eher nach innerliche Verwesung,“ wirft der Birkan leise ein, und ich sach fürn Hebbert:

„Wer hat Dich denn DEN Quatsch aufgebunden?“
„Dat ham mich die Ökos vohonne Robertstraße gesacht, ich soll dat so machen. Da würdich nich krank wern. Wegens die F- F- Fitamiene
uuunssoo, weisse? Musse ja getz aufpassen, wose doch aahalle immer krank sind.“
„Und die haben Dich dann ein Rezept für Zwiebelsalat gegeben,“ will Birkan wissen.
„Nee, die ham mich gesacht, datich mich ein Sallaaht machen soll. Wegens die Ffitamiene, weissu? Damitich nich krank wern tu. Birkahn? Mammanoein, uuund fürmeinfreundhier auch.“
„Und wie bisse dann auf Zwiebelsalat gekomm?“ bohr ich weiter. Weil, dat hätt mich getz doch ma intressiert, wie einer auf so ne blöde Idee kommt.
„Ichab nix andret mehr gehabt. Wat soll ich denn machen? Ich kann mich doch nicht so viel leissen. Ich binnoch Haarssvier. Ja, uundann hab ich ebndn Sssswiebelsalat gemacht.“
„Und wat hasse sonz noch so da reingetan, in Dein Zwiebelsalat?“ Birkan is da immer ganz intressant für, weiler ein Hobbykoch is.
„Wie? Noch da reingetan?“ Hebbert kuckt wien Auto. „Sswiebeln! Wat denn sonsssnoch? Ichab donnix.“
„Dann hasse eimfach ein paar Zwiebeln im Teller aufgeschnitten und die ohne wat dabei gegessen?“
„Wie? Aufgeschnittn?“ getz war aus dat Auto schon ein Laster geworden.
„Sach bloß, Du has die Zwiebeln noch nicht ma in Ringe geschnitten? Hasse die denn wenichstens geschält?“ getz kam bein Birkan der Koch durch.
„Jasicher,“ Hebbert versucht den Hobbykoch anzukucken, glaub ich, und sacht dann für ihm: „Ich binnochnich doof!“
„Hebbert,“ geh ich dazwischen. „Dat sacht doch keiner. Der Birkan wollte nur sicher sein, date in Dein Gesundheitswahn nich anne
Zwiebelschale ersticken tus. Wer weiß, wat da allet passiern kann. Aber inne Mitte durchgeschnitten hasse Dein Salatgemüse aber schon, oder?“
„Boohoffski, Du verstehsss mich. Wär ja sonss kein Salaaht. Birkaahn? Mammanoein, uuund fürmeinfreundhier auch.“
Da hab ich erst den Hebbert seine linke Hand gesehn. An jeden Finger hatte der mindestens zwei Pflaster.
„Hebbert,“ sarich für den alten Kumpel. „Ich mach dat ja sonz nich, nä? Aber rein im gesundheitlichen Intresse geb ich Dich getz fümf Euro. Damit gehsse getz bein Birkan sein Koseng inne Pommesbude und haus Dich ne Fosfatstange rein. Damite ma wat gesundet aufen Teller kris und nich immer Zwiebelsalat essen muss. Dat is auch besser für Deine Finger.“
Kuckter mich an, glaub ich, kricht leicht Pippi inne Klüsen, versucht meine Schulter zu treffen und sacht:
„Boohoffski, Du bissen echten Froind.“
Steckt den Fümfer ein, visiert den Ausgang an und wie er dann draußen is, misster ersma den Bürgersteig aus.
„Wieso hasse dat denn getz gemacht?“ will der Birkan von mich wissen. „Dat machsse doch sonz nie?“
„Ach, Birkan,“ sarich. „Dat war einfach ne Investition inne Gesundheit. Besonders in unsre. Kannze ma Durchzuch machen?“


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Weinachtskekse suchen

Omma1Hömma! Dat is schon ein richtiget Ritual, wat da jedet Jahr in meine Bude abgeht. Omma läuft voll auf Hochtouren, sobald et auch nur annähernd nach Weinachten aussieht. Wat die da an Plätzchen raushaut … Mein lieber Scholli! Da kommt noch nichma unser Bäcker mit seine Backstraße mit. Dat is wie Fließband. Und die Wichtel bei den Weinachtsmann da am Nordpol werden blass bei unser Omma ihre Produktion. Jau. Aber kaum, datse die Weinachtskekse aussen Ofen hat, verstecktse dat Zeuch. Damit da keiner vor Weinachten drankommen soll. Aber nur vordergründig. Einklich ist dat ne gezielte Aktion. Weinachtskekse suchen weiterlesen