Schlagwort-Archive: Gesellschaft

Bürgerinizjative

BoffskiHömma, die Schnippenkötter, nä? Kennze doch. Die vonne Gustavstraße, die immer bei allen Blödsinn vorne mitmischt. Määänsch, kennze bestimmt. Die hat doch in letzten Jahr den Förderverein für zum Schutz von den quergestreiften Laich von die brasiljanische Schattenmorelle an den Unterlauf vom Rio Poco gegründet. Jaa, dat is die, die auch füre Trittschalldämmung inne Fußgängerzone ein Bürgerbegehren angeleiert hat. Und beie Bürgerinizjative für ein Verbot von Heizgriffe am Motorrad, von wegens die Raserei an Sonntachnammitach, isse ja auch vorne mit dabei gewesen. Weisse immer noch nich? Aber bei den Aufruf zur Unterstützung von rauchfreie Zonen in private Kindertagesstätten im oberen Kongodelta, hömma, da klingelt doch wat, oder? Bürgerinizjative weiterlesen

Verstrahlt

Hebbert Honselmeier„Sammaa, Boohoffski?“ hat mich die Tage der Hebbert Honselmeier vonne Seite angelallt, wie ich ma wieder bein Birkan anne Bude gewesen war. Bierken für bei mein Sauerbraten holn.
„Sammaa? Wie issat einklich?“
„Janee,“ sarich. „Wat meinze denn getz?“
Der Hebbert denkt ja immer, dat man weiß, water grade denkt. Der kricht den Unterschied zwischen leise denken und laut sprechen nich mehr so gut aussenanderklamüsert. Da geht dann schomma wat durchenander.
„Ja, ich mein so die ganze Mohde, uuunsoo. Wieso machen die dat denn alle?“
„Meinze, warum die Fraun immer inne Klamottenläden …“
„Neee,“ gehter dazwischen. „Ich mein dat mitie komischen Tehlefohne. Dat meinich. Birkaan? Mammanoein, uuund fürmeinfreundhier auch.“
„Ach, Du meinz die Dinger mite Bet-Äpp drauf,“ sarich und blinzel rüber bein Birkan. Der macht den Hebbert nochma dat Pinnken voll und grinst mich dabei an. „Wo se immer alle so gebeugt drüber hängen, wie als wennse am Beten dranne wärn.“
„Jau, die meinich, Prost,“ sacht dat, versucht die Futterluke zwischen die ganzen Stoppeln zu finden, und wie er meint, dater die richtige Stelle gefunden hätte, kippter sich dat eklige Gesöff halb im Hals und halb im Bart.
„Und Du meinz, dat wär getz ne Mode, oder wat?“ will der Birkan wissen.
„Jaaah,“ sacht Hebbert und wackelt anne Teke rum wie son Setzling im Sturm. „Da machen die doch immer son Theater drum, die ganssen mit ihre komischen Frisurn und die teuren Aaahnssüge, uunso.“
„Ach, Du meinz diese Dinger miten angebissenen Appel drauf,“ sarich. „Die wose immer alle schon Nachts vor die Läden kampiern, weil ma wieder ein neuen Quasselkasten rauskommt.“
„Jau, die meinich. Finndich iihrnxwie Banane. Birkan? Mammanoein, uuund fürmeinfreundhier auch.“
„Hebbert,“ sarich. „Hebbert, wenn einer weiß, warum die Leute wie bekloppt hinter sone Mode herrennen tun, dann bis Du dat.“
„Boohoffski, Du verschtehss mich. Birkan? …“
„Hebbert,“ sacht der Birkan. „Ich bin ja schon dabei. Ich mach getz ma ein Appelkorn, nä? Damite ma paar Fitamine kris. Aber dat is erssma der Letzte. Dann musse ma wat essen gehn.“
Hebbert kuckt den Birkan ganz empört an, sacht aber nix dazu. Stattdessen kuckter dann mich an, glaub ich, kippt den Treppenstürzer irgenswo an sein Kinn und sacht für mich:
„Dat hat mite Beschtrahlung ssu tun.“
„Mite Bestrahlung? Mit wat für ne Bestrahlung?“ frach ich und kuck bein Birkan rüber, der sich schon wegdrehn tut.
„Na, die tun doch die Leute beschtrahln, wennse am tehlefoniiern dranne sind. Mitie Tehlefohne. Die schicken da so Schtrahln durchen Tehlefohn im Kopp rein. Dann sindse völlich verstrahlt.  Hamse in Fernsehn gesacht. Ja, uuundavon wern die Leute richtich doof. Uuun süchtich nach dat Zeuch wernse dann auch. Wat glaubssuudenn wieso die sonz so hinter dat unnüsse … uunnnüütsse Gelummppe her sind? So is dat. Birkahn? Mammnoein, uuund fürmeinfreundhier auch.“
Der Hebbert hatte schon wieder vergessen, wat der Birkan ihn grade gesacht hatte. Und Birkan sacht:
„Hebbert, vielleicht gehhse erssma wat essen. Geh ma bei mein Koseng anne Pommesbude. Ich ruf den an, date komms. Dann brauchsse nich so lange aufe Fosfatstange warten.“
Hebbert kuckt den Birkan an, murmelt nur wat von „immer essen“ in sein Bart und wackelt ausse Tür. Wie er draußen is, sarich fürn Birkan:
„Samma Birkan, kann dat sein, dat der Hebbert heute ma wieder n bissken verstrahlt is, weiler zu lange mite Kornpulle telefoniert hat?“
Gesacht hat der Birkan nix. Hat mich nur mit ein Grinsen ein neuet Pilsken aufgeplöpt.


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Zufälliget Treffen

BoffskiPuh … Ich war lange weg gewesen. Ging nich anders. Ich musste ma raus. Diesma war ich wieder am Steinhuder Meer gewesen. Mit  unser Bärbel und den Kurzen von unser Bärbel. Und Müriaden von Mücken. Wennze mich siehss, musse am Warzenschwein denken. Aber davon erzähl ich ein andermal.

Wie ich grade wieder zurück war und mite Leeze durche Kollenie gepeest bin, weil ich Mückenzeuch ausse Apotheke brauchte, hab ich den Ecki getroffen. Zufälliget Treffen weiterlesen

Rejon

Hebbert Honselmeier„Sssaammaa!?“ lallt mich der Hebbert Honselmeier gestern vonne Seite an, wie ich ma wieder ein Pülleken Bier für bei mein Sauerbraten vonne Bude holn will.
„Sssaammaa!? Wie warndat dammals?“
„Häh?“ frach ich, weil ich nu gaanich wusste, water getz von mich wollte. „Wat meinze denn so mit dammals, Hebbert?“
„Na, so in’n Mittelalter?“
Au weia, denk ich mich. Hebbert hat Fernsehn gekuckt. Wat kommt getz wieder?
„Janee, Hebbert. Dat is mich zu lange her. Da kann ich mich nu gaanich mehr dran erinnern,“ sarich für die Schnapsdrossel.
„Aaaber die in Fernsehn, die könn dat,“ sachter mit ein ganz überzeugten Ton inne Stimme. „Biirkaaan? Mammanoein. Uuund fürmeinfreundhier auch.“ Rejon weiterlesen

Bundeswehr

Hebbert Honselmeier„Samma, Hebbert,“ sarich fürn Hebbert Honselmeier, wie ich letztens ma wieder bein Birkan anne Bude gewesen war. „Samma, wie is dat? Warsse einklich auch bein Bund?“
„Der Hebbert doch nich,“ mischt sich der Birkan ein. „Kuck Dich den domma an. Den kannze doch kein Püster inne Foten geben. Der macht doch ohne Skrupel Frendli Feier.“
„Häh?“ sacht der Hebbert, der grade gemerkt hat, datet um ihn geht. „Wu… Wundersbehr? Jaklaar warich da. Binnich nich drumrum gekomm, dammals.“
„Jau,“ sarich. „Die ham ja dammals allet genomm, wat einigermaßen gradeaus kucken konnte. War ja kalten Kriech. Bundeswehr weiterlesen

Menschenfreund

Hebbert HonselmeierGetz machense überall Reklame füre Flüchtlinge, nä? Janee, find ich ja auch gut, wenne andre Menschen helfen tus. Musse ja machen, nä? Weiß ja nie, ob du selber nich ma die Hilfe von andre brauchs. Sonz sagense am Ende: „Wat, den egoistischen Arsch soll ich helfen? Arschlecken rasiern dreifuffzich!“ Und dann stehsse da mit dein kurzet Hemd.
Wie ich die Tage ma wieder bein Birkan anne Bude war, hab ich auch den Hebbert Honselmeier da getroffen. Klar. Der is ja immer da und testet, ob die Theke noch fest aufen Boden steht.
„Und, Hebbert,“ sarich für ihn. „Wat meinz Du denn zu die Flüchtlingskrise?“ Menschenfreund weiterlesen

Gesundheitskaate

BoffskiWar ich die Tage bei mein Herr Dokter. Ich hatte dat ma wieder im Kreuz und brauchte wat für zum einnehmen. Ja, und wie ich da inne Praxis vor die Teke steh und für dat neue Quartal die Kaate abgeb, sacht die Schakeline, wat ja die Kurze von den Ecki Hörbers is, für mich:
„Nee, Herr Boffski. Die Kaate gildet nich mehr.“
„Jawie, jawat?“ frach ich ein bissken überrascht. „Wieso dat denn getz nich? Die is doch ganz neu.“
„Da is kein Bild drauf,“ sachtse. Gesundheitskaate weiterlesen

Weinachten

Hebbert HonselmeierBin ich die Tage ma wieder bein Birkan anne Bude gewesen, weil ich ein Bierken für bei mein Sauerbraten haben musste. Klar, dat ich da auch den Hebbert Honselmeier getroffen hab.
„Und?“ sarich so fürn Hebbert. „Wie isset?“
Kuckter mich von links nach schräch mit ein Auge an, lehnt sich ein Bissken zurück, wankt wie son Fahnenmast im Sturm und sacht:
„Ahach duubissat, Bohoffski.“
Dreht sich mühsam um und sacht fürn Birkan: Weinachten weiterlesen

Emanzepazion

Sitz ich die Tage bei mein Bruder inne Küche und trink gemütlich ein Bierken mit ihn.
„Hömma!“ sachter so für mich. „Dat mit die Emanzepazion dat funxeniert nich.“
„Häh?“ frach ich zurück. „Wie meinze dat denn getz?“
„Ach,“ erzählter. „Meine Olle hat mich doch letztens im Konsum geschickt …“
Benno seine Olle„Dat hab ich gehört!“ gehtse vom Flur aus dazwischen. „Ich bin nich Deine Olle! Merk Dich dat ma!“ Emanzepazion weiterlesen

Roiels

Boffski„Ohh … getz isset daaa! Getz isset daaa!“ hat die Schantall heute morgen inne Gegend rumkrakehlt.
„Ja, wer denn getz?“ frach ich se.
„Na, dat Beeebi von die Roielss!“ schreitse und springt dabei wie ein Flummi inne Gegend rum.
„Ach so,“ sarich so. „Is ja immer nett, wenn ein neuen Erdenbürger aufe Welt kommt. Aber wieso hüpfse denn getz so rum und machs son Teater?“ Roiels weiterlesen