Uhrlaub

BoffskiBoah, Kerr … wat bin ich froh, dat ich wieder zu Hause inne Kollenie bin. Ich war ja dieset Jahr wieder am Steinhuder Meer im Uhrlaub gewesen. Mit unser Bärbel und den Kurzen von unser Bärbel. Weil dat da echt schön is. Und weil ich Bleiente da ohne Probleme auch im Wasser gehn kann. Is ja nich so tief, dat Meer.
Aber weisse, wat ich nicht brauchen kann? Mücken! Janee, ich mein die Viechers. Die andern Mücken kann ich ganz gut gebrauchen. Hömma! Ich hab schon nach zwei Tage ausgesehn wien Warzenschwein auf Trallafitti. Ein roten Pickel am andern. Und gejuckt hat dat … Boah, nee äy! Da hat auch dat Mückenzeuch nicht wirklich geholfen.

Aber dat is ja ma gaanix gegen den Günna Skripschak, nä? Wie ich den die Tage bei ihn Zuhause besucht hab, hater den Arm und den rechten Quanten in Gips gehabt.
„Mensch Günna!“ sarich. „Wat has Du denn gemacht?“
„Ich hab mich im Uhrlaub langgelecht,“ sachter zurück.
„Bisse wieder zu schnell miten Farrat gefahn?“ will ich wissen. Weil, der Günna übertreibtet nämlich gerne mit sein Sport.
„Nee, ich war inne Pürreneen zum Wandern.“
„Ja, aber vom Wandern krisse doch kein appen Arm! Dat machsse mite Beine.“
„Ach, ich war ja da, wo keine richtigen Wege sind,“ sachter. „Da bin ich aufen wackeligen Stein getreten und umgeknickt.“
„Dat erklärt Dein kaputten Quanten. Und wat is miten Arm?“
„Naja, dann habich dat Gleichgewicht valorn und bin den Berch runtergepoltert. Mite Trage hamse mich dann erst inne Klinik gebracht und danach miten Hubschrauber nach Hause geflogen. Dat war vielleicht umständlich. Und wat dat allet gekostet hat … Is ja Ausland dahinten.“
„Ah ja, allet klar. Und getz?“
„Sechs Wochen Gips.“
„Und?“ will ich wissen. „Hasse getz die Schnauze voll von Deine komischen Abenteuer?“
„Einklich schon. Aber ich hab fürn Herbst doch schon ein Rundfluch miten Ultraleicht-Flieger gebucht. Weisse, wat dat kostet, wenn ich da getz absach?“
„Günna,“ sarich nur. „Irgenswie bisse aber auch lernrenitent, oder wie dat heißt. Nä? Ich seh schon, dat Du im Herbst mite Halskrause hier sitzen tus. Bei dat Glück, wat Du immer has …“
Nee Du, getz ma Butter bei die Fische. Wenn ich sowat hör, fahr ich doch lieber gemütlich am Steinhuder Meer, trink da mein Bierken und lass mich vonne Mücken zerstechen. Ich muss nich inne bröckelige Pürramiden fliegen, damit ich mich da im Uhrlaub die Gräten brech. Dat lass ich lieber.


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